Ab sofort ohne Visum nach Kirgisistan – bald auch nach Russland?

Für Kirgisistan-Touristen nicht mehr erforderlich: Visum

Für europäische Kirgisistan-Touristen nicht mehr erforderlich: Visum
(Bild: Jonas Satkauskas)

Der kirgisische Präsident Almasbek Atambajew hat am Dienstag ein Gesetz unterschrieben, das ausländischen Touristen den visumfreien Besuch des zentralasiatischen Landes ermöglicht. Die Neuregelung, die damit in Kraft getreten ist, gilt für Bürger von insgesamt 44 Staaten, darunter auch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Wer zukünftig ohne Visum nach Kirgisistan einreist, kann bis zu 60 Tage bleiben. Die einseitige Aufhebung der Visumspflicht geschah nach Angaben offizieller Stellen mit dem Ziel, die örtliche Tourismus-Branche zu unterstützen und weiterzuentwickeln sowie ausländische Investitionen anzuziehen. Nach Meinung von Experten, könnte die Zahl der ausländischen Touristen, die das Land besuchen, nun um 10 bis 20% steigen. Das Gesetz gilt zunächst bis Ende 2020. Wenn damit die gewünschten Ziele erreicht werden, soll es auch darüber hinaus gültig bleiben.

Auch in Russland wird derzeit darüber gesprochen, ob man Touristen die Einreise ohne Visum ermöglichen sollte. Allerdings ist dabei die Rede von einer weitaus bescheideneren Zeitspanne als im Fall Kirgisistans. Hier ist nur von einem maximal 72-stündigen, also 3-tägigen Aufenthalt die Rede. Zudem soll die Regelung Touristen vorbehalten sein, die ein „kulturelles Ereignis“ in Russland besuchen wollen. Die Tourismus-Branche begrüßt die Bestrebungen die Einreiseformalitäten zu vereinfachen. Kritisiert wird dabei jedoch die kurze Zeitspanne. 3 Tage seien für ein Land dieser Ausmaße eindeutig zu wenig und dass europäische Touristen in großen Zahlen zum Wochenendausflug etwa nach Moskau fliegen würden, sei unrealistisch. Visumfreie Kurzbesuche in russischen Städten sind bisher schon für Passagiere von Kreuzfahrtschiffen möglich, die in russischen Häfen vor Anker gehen.

Eine Einreise ohne Visum war auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion (das Baltikum ausgenommen) bislang nur in die Ukraine, nach Moldawien und nach Georgien möglich. In letzterem Fall reicht sogar ein Personalausweis zum Passieren der Grenze.

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