Murmansk - nördlichste Großstadt Europas

Murmansk – nördlichste Großstadt Europas

Die wichtigsten Fakten

Murmansk erstreckt sich etwa 15km entlang dem felsigen Ostufer der Kolabucht. Nach Osten, also zur Landseite hin, steigt das Stadtgebiet terassenförmig an. Bis zur Küste der Barentssee sind es noch etwa 50 km. Murmansk ist mit gut 300.000 Einwohnern die weltweit größte Stadt jenseits des nördlichen Polarkreises. Entsprechend treten hier die Phänomene der Polarnacht und des Polartages auf: in den Wintermonaten wird es nicht mehr richtig hell, teilweise geht die Sonne gar nicht mehr auf, in den Sommermonaten geht sie wiederum an einigen Tagen nicht mehr unter und es wird nicht mehr dunkel. Für die Breiten ungewöhnlich mild ist das Klima in der Murmansker Region. Dank Golfstrom liegt die mittlere Temperatur im Januar bei „nur“ 10 Grad Celsius unter Null, im Juli bei knapp 13 Grad über Null. Zum Vergleich: das etwa auf gleicher Höhe gelegene Norilsk in Sibirien muss im Januar mit durchschnittlich 30,7 Grad Frost zurechtkommen. Murmansk ist jung, nicht einmal 100 Jahre alt. Die Stadt entstand aus strategischen Gründen und bis heute spielt das Militär eine hervorgehobene Rolle im Leben seiner Bewohner. Die russische Nordflotte betreibt hier und in der Umgebung mehrere Basen und Werften.

Geschichte

1916: Grundsteinlegung für die neue Stadt Romanow-na-Murmane

1916: Grundsteinlegung für die neue Stadt Romanow-na-Murmane

Pläne für die Gründung einer neuen Stadt an der Kolabucht gab es bereits in den 1870er Jahren. Umgesetzt wurden sie jedoch letztlich aus einer Notlage heraus, und zwar während des Ersten Weltkriegs. Da die Ausgänge von Schwarzem Meer und Ostsee durch Russlands Kriegsgegner Deutschland, Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich kontrolliert wurden, gab es keinen russischen Hafen mehr, der Militärhilfe in Form von Waffenlieferungen durch die Verbündeten aufnehmen hätte können. Die Schaffung eines Hafens am Arktischen Ozean und dessen Anbindung an das russische Verkehrsnetz war die Lösung. Am 4. Oktober 1916 wurde die neue Siedlung zur Stadt erklärt und erhielt den Namen Romanow am Murman. Im Jahr darauf war dann auch – mit der bis nach St. Petersburg führenden Murmanbahn – die Anbindung an das russische Schienennetz fertiggestellt. Der Name der Stadt ist natürlich auf die russische Herrscherdynastie der Romanows zurückzuführen. „Murman“ wiederum ist die Bezeichnung für die Nordküste der Halbinsel Kola, an der die neue Stadt gegründet wurde. Dass dem Stadtnamen angesichts der bevorstehenden Umwälzungen im Land kein langes Leben beschieden sein würde, ist klar. Bereits nach der Februarrevolution, genauer gesagt am 3. April 1917, erhielt die Stadt ihren bis heute geltenden Namen – Murmansk.

Der sich an die Oktoberrevolution 1917 anschließende Bürgerkrieg hatte für die Stadt ungewöhnliche Folgen: Murmansk wurde von den sogenannten „Interventen“, die auf Seiten der Weißen Armee in den Konflikt eingriffen, besetzt. Im Juni 1918 landeten so etwa 600 britische Soldaten in der Stadt. Verhindern konnten sie die Machtübernahme durch die Roten bekanntermaßen nicht.
Unter kommunistischer Herrschaft nahm die Stadt eine rasante Entwicklung. Lebten am Ende des Ersten Weltkriegs erst etwa 2.500 Menschen in Murmansk, so waren es zu Beginn des Zweiten bereits 130.000. Murmansk wurde ein Zentrum des Fischfangs und Ausgangspunkt für die Erforschung des Polargebiets durch mehrere Expeditionen. Auch militärisch gwann die Stadt an Bedeutung. War im Zarenreich noch Archangelsk der wichtigste Marinestützpunkt an der europäischen Nordküste Russlands gewesen, so ging diese Position mit der Neugründung der russischen Nordflotte in den 1930er Jahren an Murmansk und Orte in seiner Umgebung über.

1942: die Stadt in Flammen nach einem Luftangriff der Deutschen

1942: die Stadt in Flammen nach einem Luftangriff der Deutschen

Während des Zweiten Weltkriegs wurden von hier aus militärische Operationen gegen Deutschland und seine finnischen Verbündeten durchgeführt. Eine Eroberung der Stadt war der Wehrmacht trotz mehrerer Versuche nicht gelungen. Die Frontlinie verlief jedoch wenige Kilometer westlich auf russischem Boden. Erzvorkommen in diesem Gebiet machten es für die deutsche Kriegswirtschaft besonders wichtig. Im Oktober 1944 gelang es der Roten Armee schließlich, die Deutschen aus der Region zu vertreiben und die Frontlinie auf finnischen und norwegischen Boden zu verschieben. Bei der sogenannten Petsamo-Kirkenes-Operation starben nach sowjetischen Angaben etwa 6.000 Rotarmisten und mehr als 30.000 deutsche Soldaten.

Am Ende des Krieges waren drei Viertel der Stadt durch Luftangriffe der Deutschen zerstört. Insgesamt etwa 185.000 Bomben sollen auf Murmansk niedergegangen sein. Der Wiederaufbau ging jedoch recht zügig voran. 1952 war der Umfang der verfügbaren Wohnfläche wieder auf dem Vorkriegsniveau angelangt.

Murmansk 2010

Murmansk 2010
(Quelle: WikiCo / Bair175)

Bis zum Zerfall der Sowjetunion 1990 wuchs die Einwohnerzahl Murmansks, das nun den Ehrentitel „Heldenstadt“ tragen durfte, auf beeindruckende 468.000 an. Vor allem in den 1970er und 80er Jahren war die Stadt durch Neubaugebiete merklich gewachsen. Ein Großteil der Bewohner arbeitete im Fischfang und der fischverarbeitenden Industrie. Fast ein Fünftel des in der UdSSR gefangenen Fischs kam aus Murmansk. Weitere wichtige Arbeitgeber waren – neben der Armee – die örtlichen Werften und die Baustoffindustrie.

Das Ende der sozialistischen Planwirtschaft brachte auch für die Stadt an der Kolabucht eine tiefe wirtschaftliche Krise mit sich. Die unwirtlichen Regionen in Sibirien und dem hohen Norden, in denen zu Sowjetzeiten das Leben großzügig subventioniert wurde, traf es dabei besonders hart. Dies zeigt sich im stetigen Bevölkerungsrückgang, der bis heute anhält. Derzeit leben noch etwa 302.000 Menschen in der Stadt.

Sehenswürdigkeiten

Hafen

Der Murmansker Hafen

Der Murmansker Hafen

Der Murmansker Hafen ist nach St. Petersburg der größte Hafen des russischen Nordwestens. In den letzten Jahren stieg das Umsatzvolumen des Handelshafens kräftig an. Grund ist der boomende Export von Steinkohle. Der Schiffereihafen dagegen schrumpft, da sich Fisch besser ins Ausland verkaufen lässt, als auf dem russischen Binnenmarkt. Der Murmansker Hafen ist auch Ausgangspunkt einer Fährlinie, die die Orte an der Nord-, Ost- und Südküste der auf dem Landweg kaum erschlossenen Halbinsel Kola anfährt.

Eisbrecher „Lenin“

Der Atomeisbrecher Lenin

Der Atomeisbrecher Lenin
(Quelle: WikiCo / Insider)

Im Murmansker Hafen liegt der Eisbrecher „Lenin“, der als Museumsschiff besichtigt werden kann. Die Lenin war das erste auf der Wasseroberfläche fahrende Schiff mit Nuklearantrieb. Bis zu seiner Indienststellung im Dezember 1959 hatte es nur Unterseeboote mit diesem neuartigen Antrieb gegeben. Der Stapellauf erfolgte bereits zwei Jahre zuvor. Die Antriebseinheit wurde erst danach eingebaut. Der Atomeisbrecher Lenin sollte auf der Nordostpassage verkehren, der Schiffahrtsroute entlang der Nordküste Sibiriens. Der Bau erfolte auf der Leningrader André-Marty-Werft, wo das Schiff mit drei Kernreaktoren ausgestattet wurde. Der von diesen erzeugte Wasserdampf trieb vier Turbinen an, mit denen Strom erzeugt wurde. Dieser schließlich speiste die Motoren der drei Schiffsschrauben. Die insgesamt 134 Meter lange Lenin brachte es so auf eine Maschinenleistung von 44.000 PS. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 18 Knoten (33 km/h). 1989 wurde sie außer Dienst gestellt und ging in Murmansk vor Anker. Die Kernbrennstäbe wurden entfernt und es erfolgte der Umbau zum Museumsschiff.
Besichtigungen sind im Rahmen einer Führung möglich:
mittwochs bis freitags um 12 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 12 bis 15 Uhr jeweils zur vollen Stunde

Marinemuseum der Nordflotte

Marinemuseum der Nordflotte
(Quelle: WikiCo / Sorokin Andrej Alexandrowitsch)

Das Marinemuseum der russischen Nordflotte befindet sich im Stadtteil Rosta, etwa 8 km nördlich des Stadtzentrums. Thema des Museums ist die Geschichte der Flotte an Russlands Nordküste. Es wurde am 16. Oktober 1946 eröffnet. Die erste Ausstellung war den Ereignissen des 2. Weltkrieges im Murmansker Gebiet gewidmet. Auch heute noch ist diese Periode der russischen Militärgeschichte natürlich ein wesentliches Thema im Flottenmuseum – insbesondere die Petsamo-Kirkenes-Operation, mit der die deutsche Wehrmacht 1944 zurückgeschlagen wurde. Außerdem erfährt der Besucher des Museums etwas über die Entstehung der sowjetischen Atom-U-Boot-Flotte und die Raketentechnologie der Marine.
Das Museum der Nordflotte hat eine Filiale in Seweromorsk, etwa 20km nordöstlich von Murmansk. Dort liegt das 1939 zu Wasser gelassene Museums-U-Boot K21 vor Anker. Etwa 5km vor Seweromorsk, in Safonowo, befindet sich eine weitere Filiale, die der Luftwaffenabteilung der Nordflotte gewidmet ist.

Denkmal für die „Verteidiger der Sowjetischen Polarregion im Großen Vaterländischen Krieg“

Der "Aljoscha" von Murmansk

Der „Aljoscha“ von Murmansk

Wie so viele russische Städte hat auch Murmansk sein monumentales Denkmal für die im letzten Weltkrieg gefallenen Soldaten. Es befindet sich auf dem „Grünen Kap“, einem unbebauten Hügel nördlich des Stadtzentrums, der sich bis zu 173 Meter über die Kolabucht erhebt. Das Mahnmal besteht im Wesentlichen aus der überlebensgroßen Statue eines Rotarmisten, in Russland auch liebevoll „Aljoscha“ genannt. Es wurde von dem Architekten Pokrowski und dem Bildhauer Isaak Brodski gestaltet und am 19. Oktober 1974, 30 Jahre nach dem Sieg über die Deutschen in der Region, eröffnet. Im Jahr darauf wurden am 9. Mai, dem Tag an dem in Russland die Kapitulation der Wehrmacht gefeiert wird, die Überreste eines unbekannten Soldaten in der Anlage bestattet und ein ewiges Feuer entzündet. Mit 35,5 Metern Gesamthöhe ist der Murmansker Aljoscha eines der höchsten Denkmäler Russlands und nach der „Mutter Heimat“ in Wolgograd das zweithöchste Kriegsdenkmal. Er blickt in Richtung des sogenannten „Tals der Ehre“, etwa 50km nordwestlich von Murmansk. Hier wurde der Vormarsch der Deutschen während des Krieges in verlustreichen Kämpfen von der Roten Armee gestoppt. Etwas neben dem Standbild steht eine zu einer Seite flach abfallende Pyramide, die eine aus Trauer über die gefallenen Soldaten gesenkte Fahne symbolisieren soll.

Bredow-Denkmal

Anatoli-Bredow-Denkmal

Anatoli-Bredow-Denkmal(Quelle: WikiCo / Insider)

Ebenfalls den Ereignissen des „Großen Vaterländischen Krieges“ geschuldet ist das Denkmal für Anatoli Bredow. Es steht im Zentrum an der Hauptverkehrsstraße uliza Lenina (Lenin-Straße) nahe des Spartak-Fußballstadions. Anatoli Bredow war Kommandant einer kleinen Untereinheit, die ein Maschinengewehr bediente. Sein Schicksal ist eine typische sowjetische Kriegsheldenlegende. Sie geht folgendermaßen: Am 11. Oktober 1944 wurde Bredows Einheit, die den Deutschen schwere Verluste zugefügt hatte, im Gefecht vom Feind eingekreist und unter Beschuss genommen. Als nur noch der 21-jährige Bredow und sein vier Jahre älterer Kamerad Nikita Aschurkow am Leben waren und ihnen die Munition ausging, begannen sie, Granaten nach den Deutschen zu werfen. Schließlich waren noch zwei Granaten übrig. Aschurkow erhob sich aus der Deckung heraus und warf eine Granate mit den Worten „Russen lassen sich nicht gefangen nehmen! Nehmt das, ihr Lumpen!“ auf die Deutschen. Sodann umarmten sich Aschurkow und Bredow und sprengten mit der letzten Granate sich und das Maschinengewehr in die Luft. Anatoli Bredow starb, Nikita Aschurkow überlebte schwer verletzt. Bredow wurde postum der Titel „Held der Sowjetunion“ verliehen. Er liegt auf dem Murmansker Soldatenfriedhof begraben.

Erlöser-auf-den-Wassern-Kirche

Kirche

Kirche „Erlöser auf den Wassern“(Quelle: WikiCo / Vadik wiki)

Nördlich des Stadtzentrums, an der Ausfallstraße in Richtung Norden, der uliza Tscheljuskinzew, steht die „Erlöser-auf-den-Wassern-Kirche“ gut sichtbar auf einer Anhöhe. Die im altrussischen Stil erbaute Kirche ist jünger als sie scheint. Erst 2002 wurde sie eingeweiht – aus Anlass des 85-jährigen Jubiläums der Stadtgründung. Sie gehört zu einem Gedenkkomplex, der den Opfern der Seefahrt gewidmet ist. Ihren Namen verdankt sie einer Ikone, die Jesus Christus über das Wasser gehend zeigt. Neben Gottesmutter und Apostel Andreas gewidmeten Ikonen finden sich auch Heiligenbilder des Schwarzmeerflottenadmirals Fjodor Uschakow und der in der Region verehrten Trifon Petschengski und Warlaam Keretski in dem Gotteshaus. Trifon Petschengski, ein orthodoxer Mönch, der 1495 bis 1583 auf der Halbinsel Kola lebte, gilt als Schutzheiliger der Seefahrer in Russland.

Leuchtturm

Denkmal für in Friedenszeiten umgekommene Seeleute

Denkmal für in Friedenszeiten umgekommene Seeleute
(Quelle: Jewgeni Lasarew)

Wenige Meter von der Kirche entfernt steht der Murmansker Leuchtturm, der eigentlich gar keiner ist. Denn obwohl das Bauwerk mit allem ausgestattet ist, was einen Leuchtturm ausmacht, handelt es sich nur um eine Attrappe, genauer gesagt, um ein Mahnmal in Form eines Leuchtturms. Hier werden jene Seemänner geehrt, die in Friedenszeiten auf dem Meer ums Leben kamen. Ihre Namen werden in ein Buch eingetragen, das im Gedenksaal im Inneren des Turms liegt. Auf dem Gelände befindet sich auch ein Teil des U-Boot-Turms der „Kursk“, die bekanntlich am 12. August 2000 nach einer Explosion an Bord in der Barentssee sank. 118 Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben. Von der Anhöhe des Gedenkkomplexes aus bietet sich ein guter Ausblick auf die Stadt.

Murmansker Reedereimuseum

Im zentralen Teil der Stadt befindet sich das Museum der Murmansker Reedereigeschichte. Es wurde bereits 1977 eröffnet. Die drei Ausstellungssäle sind folgenden Themen gewidmet: Geschichte der Entwicklung der Eisbrecher- und Transportflotte, Schiffe und Menschen der Atomflotte sowie Erschließung der Nordostpassage. Letzteres Thema wird in Form eines Dioramas präsentiert.

Heimatkundemuseum des Murmansker Gebiets

Wer sich für die Geschichte der Stadt Murmansk und der Region interessiert, der sollte das Heimatkundemuseum am Leninprospekt Nr. 90 besuchen. Außerdem beherbergt das Museum eine geologische Sammlung, ein großes Modell des Meeresbodens sowie Ausstellungen zum Leben der Saamen, also der Ureinwohner der Region. An der Außenwand des Museumsgebäudes fällt ein Mosaik ins Auge. Es zeigt den Eisbrecher Jermak, das erste Schiff seiner Klasse, das imstande war, bis zu zwei Meter dickes Eis zu brechen.
Das Heimatkundemuseum hat eine Filiale in Lowosero mit einer ausführlichen Ausstellung zu Geschichte, Kultur und Leben der Saamen, sowie eine Filiale in Umba, die sich den Pomoren, russischen Siedlern, die im 12. Jahrhundert hierher zogen, gewidmet ist. Beide Orte sind mehrere Autostunden von Murmansk entfernt.
Puppentheater

Ozeanarium

Kuppel des Murmansker Ozeanariums im Winter

Kuppel des Murmansker Ozeanariums im Winter
(Quelle: WikiCo / Insider)

Am Ufer des Simonsees (Semjonowskoje osero) liegt das Murmansker Ozeanarium, das sich rühmt, das nördlichste seiner Art zu sein. Es hat eine interessante Geschichte, die in die Sowjetzeit zurückreicht. 1984 wurde in der Stadt ein Institut gegründet, das die Möglichkeiten erforschen sollte, Meeressäuger als Helfer des Menschen in Friedens- wie in Kriegszeiten auszubilden. Nach der politischen Wende kam man auf die Idee, Vorstellungen mit den trainierten Tieren zu veranstalten. Diese fanden ab 1992 unter freiem Himmel statt. Um das ganze Jahr über geöffnet haben zu können, wurde 1995 die bis heute bestehende Kuppel errichtet. Folgende Arten treten in den Shows des Ozeanariums auf: Bart-, Ringel-, Kegel- und Sattelrobben.

Denkmal für die Opfer der ausländischen Intervention 1918-1920

Denkmal für die Opfer der Intervention

Denkmal für die Opfer der Intervention
(Quelle: WikiCo / Anatoli Terentjew)

Auf dem Fünf-Ecken-Platz, dessen offizieller Name „Platz der Sowjetischen Verfassung“ sich bis zum Zusammenbruch des realsozialistischen Systems bei den Murmanskern einfach nicht durchsetzen wollte, steht das älteste Denkmal der Stadt. Es ehrt die Opfer der sogenannten „Intervention“. Gemeint ist das Eingreifen ausländischer Mächte in den Bürgerkrieg zwischen Roten und Weißen, der nach der Oktoberrevolution ausgebrochen war. In der Murmansker Region waren dies vor allem englische Soldaten. In Jokanga, dem heutigen Ostrownoj, betrieben die Interventionstruppen von September 1919 bis Februar 1920 ein Gefängnis, in dem gewöhnliche Verbrecher zusammen mit politischen Gefangenen, sprich: Kommunisten, interniert waren. Es war berüchtigt für die barbarischen Zustände. Die Gefangenen mussten in unbeheizten Baracken wohnen. Hunger, Krankheiten, Folter und Erschießungen waren an der Tagesordnung. Von einst über 1000 Internierten waren im Februar 1920 noch knapp 700 am Leben, von denen viele schwer krank waren. Nach ihrer Befreiung brachte man sie auf dem Seeweg nach Murmansk. Unterwegs starben 24 der durch die Haft Geschwächten. Sie wurden am Ort des heutigen Denkmals bestattet.

Anreise

Murmansker Bahnhof

Murmansker Bahnhof
(Quelle: WikiCo / Dmitri Lunenko)

Der Murmansker Flughafen liegt etwa 24 km südwestlich der Stadt nahe der Siedlung Murmaschi. Die Liste der Flugverbindungen ist recht überschaubar. Täglich wird Murmansk nur von Moskau und St. Petersburg angeflogen. Weitere Destinationen sind Archangelsk, Tscherepowez bei Wologda sowie Tromsø in Norwegen. In die Stadt (zum Hauptbahnhof) gelangt man vom Flughafen aus per Bus oder Marschrutka, die alle 20 bis 30 Minuten verkehren. Die Fahrtzeit beträgt etwa eine Stunde.
Die Anreise per Zug dauert von St. Petersburg aus etwa 27 Stunden, von Moskau aus mindestens 34 Stunden.
Wer per Auto anreist, kommt von St. Petersburg aus die etwa 1.300 km über die Fernstraße „Kola“ (Nr. R21). Von Moskau aus sind es 1.900km.

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