Komsomolsk am Amur

Komsomolsk am Amur

Die wichtigsten Fakten

Mit 260.000 Einwohnern ist Komsomolsk am Amur eine noch junge Großstadt im Fernen Osten Russlands, etwa 400 Straßenkilometer nordöstlich von Chabarowsk. Der Amur, an dessen Ufer die Stadt zwischen den Marschseen Mylka und Chorpy liegt, ist hier bis zu 2,5 km breit. Sein Nebenfluss Silinka teilt Komsomolsk in zwei Teile. An der Silinka liegt mitten in der Stadt ein großes Naturschutzgebiet mit nahezu unberührter Taigalandschaft. Komsomolsk ist das größte industrielle Zentrum des russischen Fernen Ostens. Es wurde einst von der Sowjetmacht als Standort einer Schiffswerft gegründet. Jenen Komsomolzen zu Ehren, die zusammen mit anderen die Stadt aus dem Nichts erbauten, wurde sie Komsomolsk genannt. Heute werden hier unter anderem Passagierflugzeuge der Marke Suchoi gebaut. Das Klima ist kontinental. Der nahe Pazifik sorgt jedoch für häufige Wirbelstürme im Sommer. Im Januar liegt die Durchschnittstemperatur bei 21°C unter Null, im Juli bei 19°C über Null.

Geschichte

Das Dorf Permskoje am Amur, Gemälde von F. Baganez (1866)

Das Dorf Permskoje am Amur, Gemälde von F. Baganez (1866)

Die Geschichte der Stadt beginnt 1930, jenem Jahr, in dem die Sowjetregierung den Beschluss zur Entwicklung der fernöstlichen Region des Vielvölkerstaates fasste. Damit wollte man auch die Verteidigungsfähigkeit in diesem entlegenen Gebiet erhöhen. Am Amur sollte eine Schiffswerft entstehen. So kam im Januar 1932 eine Regierungskommission in das Dorf Permskoje, das einst von Siedlern aus der Uralstadt Perm gegründet wurde, und beschloss, dass dies der geeignete Standort für die Errichtung der Werft sei. Zugleich wurde entschieden, dass im Bereich von Dsjomgi, einer Siedlung des Ureinwohnervolks der Nanaier, eine Flugzeugfabrik entstehen sollte.

Drei Komsomolzen - die Erbauer der Stadt

Komsomolzen – die Erbauer der Stadt
(Quelle: RIA Novosti archive, image #11906 / Fridlyand / CC-BY-SA 3.0)

Schon im Mai desselben Jahres brachten zwei Dampfschiffe die ersten etwa 1.000 Bauarbeiter an den Ort. Sie lebten zunächst in Baracken und Armeezelten. Es handelte sich bei ihnen um Aktivisten des kommunistischen Jugendverbandes Komsomol sowie Lohnarbeiter. Lange verschwiegen wurde die Tatsache, dass auch politische Gefangene aus umliegenden Lagern einen wesentlichen Anteil am Aufbau der Stadt hatten. Offizieller Geburtstag der Stadt Komsomolsk ist der 10. Dezember 1932.

Es stellte sich bald heraus, dass die neugegründete Stadt unter einem eklatanten Geschlechterungleichgewicht ihrer Einwohnerschaft litt – es gab viel zu wenig Frauen. Das hatte einen einfachen Grund: unter den Freiwilligen, den Arbeitern, ehemaligen Häftlingen und den ebenfalls anwesenden Armeeangehörigen waren die Männer in der eindeutigen Überzahl. Um dieses gravierende Problem in den Griff zu bekommen, veröffentlichte man am 5. Februar 1937 einen an junge Frauen im ganzen Land gerichteten Appell, der zur Auswanderung in den fernen Osten aufrief. Fast 8.000 Frauen folgten dem Ruf und kamen nach Komsomolsk.

Tor mit Sowjetstern an der Einfahrt in die Stadt 1937

Einfahrt in die Stadt 1937

Neben der Werft und dem Flugzeugwerk entstand in den 1930er Jahren auch ein Sägewerk. Während des Zweiten Weltkriegs kam ein Stahlwerk hinzu. Komsomolsk wuchs so zu einem Zentrum der Schwerindustrie von nationaler Bedeutung. Dabei dominierten Produktionsstätten des militärisch relevanten Maschinenbaus. Aus diesem Grund wurde Komsomolsk zur geschlossenen Stadt erklärt. Ausländischen Staatsbürgern war der Aufenthalt in der Stadt bis 1993 verboten.

Auch nach der politischen und wirtschaftlichen Wende blieb die Stadt ein Zentrum der Schwerindustrie, wenn auch die Bedeutung der Rüstungsindustrie zurückging. Ansässig sind hier auch erdölverarbeitende Betriebe, Nahrungsmittel- und Baumaterialfabriken.

Sehenswürdigkeiten

Haus mit Spitze

Das „Haus mit Spitze“ – Wahrzeichen der Stadt am Leninprospekt
(Quelle: Wikimedia Commons / Nikita Kodorow)

Als inoffizielles Wahrzeichen der Stadt gilt das „Haus mit Spitze“ am prospekt Lenina (Leninprospekt) Nr. 21 (Ecke prospekt Oktjabrja/Oktoberprospekt). Es handelt sich dabei um ein typisches Bauwerk der Stalinzeit, wie es ähnlich in vielen Städten der ehemaligen Sowjetunion zu finden ist. Das rot gestrichene Wohnhaus mit dem Sowjetstern auf der Spitze entstand 1955, ein Jahr bevor Chruschtschow mit dem Stalinismus brach und damit auch eine Veränderung im Architekturstil einsetzte. Es war für die Arbeiter des örtlichen Stahlwerks bestimmt. Die zum pr. Lenina gewandte Turmfassade zeigt die Inschrift „Arbeit ist in der UdSSR eine Sache der Ehre, der Tapferkeit und des Heldentums“. Der Spruch ist die Abwandlung einer sowjetischen Propagandalosung, die Stalin auf dem 16. Parteitag der KP 1930 geprägt hatte.

Leninplatz

Gleich neben dem Haus mit Spitze liegt der obligatorische Leninplatz mit dem ebenso obligatorischen Lenindenkmal, das 1957 zum 25-jährigen Stadtjubiläum enthüllt wurde. Im Rücken des sowjetischen Staatsgründers befindet sich hier nicht wie sonst typisch die Stadt- oder Regionalverwaltung, sondern das Kulturhaus der Bauarbeiter, an das sich der Park der Bauarbeiter anschließt.

Prospekt der Erbauer mit Ostrowski-Denkmal

Vom Hauptbahnhof der Stadt führt der als Hauptstraße geltende prospekt Perwostroitelej (deutsch etwa „Prospekt der Erbauer“) in schnurgerader Linie Richtung Amurufer. Der Prospekt ist an sich wenig reizvoll und geprägt von trostlosen Plattenbauten. An der Kreuzung mit dem pr. Lenina steht auf der linken Seite die Kirche mit der offiziellen Bezeichnung „Kirche der Ikone der Gottesmutter von Kasan“ trägt. Sie wurde erst 2001 geweiht, was der traditionelle Baustil zunächst nicht vermuten lässt. In der russisch-orthodoxen Kirche hält man aber bekanntlich nicht viel von moderner Klerikalarchitektur. Der Neubau ersetzte eine Holzkirche am Amurufer, die dem Feuer zum Opfer gefallen war.

Denkmal für Nikolai Ostrowski
(Quelle: Städtische Ostrowski-Zentralbibliothek)

Ein gutes Stück hinter der Kreuzung steht auf der linken Seite auf einem Platz das Denkmal für den Schriftsteller Nikolai Ostrowski (1904-1936), nach dem auch die dahinter liegende Bibliothek benannt ist. Ostrowski ist ein Klassiker des Sozialistischen Realismus und zugleich ein Held der Jugendorganisation Komsomol. In seinem autobiographisch geprägten Hauptwerk „Wie der Stahl gehärtet wurde“ (1932) beschreibt er das Leben des Jungen Pawka Kortschagin, der sich schon als Jugendlicher für die kommunistische Sache begeistert, in den Komsomol und später in die KP eintritt. Im Bürgerkrieg kämpft er an der Seite der Roten und wird schwer verwundet, erblindet und ist fortan ans Bett gefesselt. Dies entspricht weitgehend der Biographie Ostrowskis, der den Roman vom Bett aus diktiert haben soll. Solch ein Lebensweg eignete sich natürlich hervorragend zur Verklärung im Sinne der sowjetischen Propaganda. Das Werk fand Anwendung in der „sozialistischen Erziehung“ über die Grenzen der Sowjetunion hinaus. Für die Stadt am Amur, die nach dem Komsomol benannt ist und zum Teil von dessen Mitgliedern erbaut wurde, hat der Autor eine besondere Bedeutung, weshalb man sich früh entschloss, die städtische Bibliothek nach ihm zu benennen. Der Entschluss ein Denkmal davor zu errichten kam recht spät, erst 1982 – und die Enthüllung ließ weitere acht Jahre auf sich warten. Grund für die Verzögerung waren Probleme der Finanzierung, die erst durch eine Spendensammlung unter den Bürgern aus dem Weg geräumt werden konnten. Das 3,80 Meter hohe Standbild aus Bronze ist ein Werk der Leningrader Bildhauerin Walentina Staroschuk. Es steht auf einem vier Meter hohen Sockel aus rotem Marmor.

Mahnmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs

Denkmal für die Gefallenen Komsomolsk am Amur

Mahnmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs (Ausschnitt)
(Quelle: Wikimedia Commons / Maxton)

Der Prospekt der Erbauer endet am Park der Erbauer. Durchquert man diesen, so passiert man auf der linken Seite den Park des Sieges, in dem das örtliche Monument zum Andenken an den Zweiten Weltkrieg steht oder offiziell: der „Gedenkkomplex für die Komsomolsker Landsleute, die in den harten Jahren des Großen Vaterländischen Krieges in den Schlachten für die Heimat gefallen sind“. Das Mahnmal besteht aus drei Teilen: der obligatorischen ewigen Flamme, drei Stelen, die die Jahreszahlen von Kriegsbeginn und Kriegsende sowie den „Orden des Großen Vaterländischen Krieges“ zeigen, und schließlich mehreren riesigen Granitblöcken. Letztere machen das Besondere des Komsomolsker Ehrenmals aus. Aus den Granitblöcken sind sieben Gesichter herausgeschnitten. Sie stellen Menschen dar, die im Krieg gekämpft haben: einen Infanteristen, einen Panzerfahrer, einen Matrosen, einen Flieger, eine Partisanin, einen Scharfschützen aus der Volksgruppe der Nanaier und einen Jungen, ein sogenannter „Sohn des Regiments“.
Das Mahnmal wurde am 24. Juni 1972 eröffnet, die ewige Flamme jedoch erst 1975 zum 30. Jahrestag des Sieges über Nazideutschland entzündet.

Denkmal für die Erbauer der Stadt

Gründerdenkmal Komsomolsk am Amur

Denkmal für die Erbauer der Stadt
(Quelle: topwar.ru)

Am südöstlichem, dem Fluss zugewandten Ende des Parks der Erbauer wurde 1982 den Gründern der Stadt ein Denkmal errichtet, das am 9. Juni zur Feier des 50-jährigen Stadtjubiläums enthüllt wurde. Auf einem drei Meter hohen Podest zeigt es fünf noch einmal etwa fünf Meter hohe Figuren. Zu erkennen sollen hier sein: ein Bauarbeiter, der mit der linken Hand zu Boden weist, ein Bauernjunge mit Spaten, ein aus dem Wehrdienst entlassener Soldat, der seinen Mantel über der Schulter trägt und ein Vermesser mit den entsprechenden Gerätschaften. Entsprechend der wirklichen Geschlechterproportionen in der Gründungszeit der Stadt ist nur eine weibliche Figur dabei, die wahrscheinlich eine Komsomolzin zeigen soll.
Hinter dem Denkmal liegt das recht klobige Haus der Jugend, das ein monumentales Wandbild aus Sowjetzeiten schmückt (siehe Artikelbild oben).

Denkmal für die Komsomolzen der Dreißigerjahre

Komsomolzendenkmal

Denkmal für die Komsomolzen der Dreißigerjahre
(Quelle: Anapakurort.info)

Wenige Meter flussabwärts findet sich noch ein Denkmal für die Erbauer der Stadt. Dieses ist explizit jenen Komsomolzen gewidmet, den jungen Leuten, die in den 1930er Jahren hierher kamen, um am Aufbau der Stadt mitzuwirken. Das vom Moskauer Bildhauer Tumanow gestaltete und 1967 enthüllte Denkmal zeigt einen jungen Mann und eine junge Frau mit Spitzhacke und Spaten, dargestellt im Stil des sozialistischen Realismus. Auffallend ist, dass beide Figuren breitbeinig auf dem Podest stehen, was die Entschlossenheit ausdrücken soll, mit der die Jugend (gemäß der offiziellen sowjetischen Geschichtsschreibung) ihr Vorhaben damals in die Hand nahm. An der Darstellung der Frau, die eine schwere Spitzhacke in Händen hält, kann man das Geschlechterbild der Sowjetzeit ablesen. Auch wenn es mit der Gleichberechtigung in Wirklichkeit – zum Beispiel in der Politik – nicht weit her war, wurde in der Arbeitswelt offiziell kein Unterschied zwischen Männern und Frauen gemacht – auch in Berufszweigen, die mit harter körperlicher Arbeit verbunden waren.

Gedenkstein

Geht man noch weiter flussabwärts, so stößt man auf ein weiteres Denkmal für die Stadtgründer. Am Stadtstrand markiert ein Gedenkstein die Stelle, an der am 10. Mai 1932 die ersten Komsomolzen an Land gingen. Die Dampfschiffe „Kolumbus“ und „Komintern“ und der Lastkahn „Clara Zetkin“ hatten sie hierher gebracht. Im Eisregen – so heißt es – errichteten sie 28 große Zelte, die ihnen als Unterkunft dienten. Der Stein aus Quarzdiorit wiegt über 20 Tonnen. Er wurde einst im Stadtgebiet gefunden und – wie das Komsomolzendenkmal – 1967 zum 35-jährigen Stadtjubiläum aufgestellt.

Denkmal für die bei der Suche nach dem Flugzeug „Rodina“ Getöteten

Denkmal für die bei der Suche nach dem Flugzeug "Rodina" Getöteten

Denkmal für die bei der Suche nach dem Flugzeug „Rodina“ Getöteten
(Quelle: Städtische Ostrowski-Zentralbibliothek)

In der Kirowstraße auf Höhe des Hauses Nr. 49 ist ein eigentümliches Denkmal zu sehen. Aus dem Boden ragt das Ende eines Flugzeugs. Das Monument erinnert an drei Menschen, die 1938 bei der Suche nach der vermissten ANT-37 namens „Rodina“ ums Leben kamen. Die drei Pilotinnen Polina Ossipenko, Marina Raskowa und Walentina Grisodubowa hatten das Flugzeug damals nonstop aus Moskau in den Fernen Osten geflogen und damit die längste Strecke zurückgelegt, die bis dahin je eine Frau selbst geflogen war. Für die 6450 km brauchten sie heute unvorstellbare 26½ Stunden.

Leider endete der Rekordflug anders als geplant mit einer Notlandung. Bei der folgenden Suchaktion stießen zwei Flugzeuge zusammen. Während sich die Insassen des einen per Fallschirmabsprung retten konnten, kam die dreiköpfige Mannschaft des anderen Flugzeugs vom Typ Douglas ums Leben. Bei einer von der russischen Denkmalschutzorganisation durchgeführten Begehung des Absturzortes im Jahr 1990 wurden auch so viele Jahre nach dem Absturz noch Leichenteile entdeckt. Ebenso fand man das gut erhaltene Heck des abgestürzten Flugzeugs, das restauriert und in das Denkmal integriert wurde.

Am Haus gegenüber dem Denkmal erinnert eine Tafel an die drei Rekordfliegerinnen, die in diesem Haus einige Tage verbracht haben, nachdem sie nach zehntägiger Suche in der Taiga gefunden worden waren.

Gagarin-Denkmal

Denkmal für den Weltraumpionier Juri Gagarin

Denkmal für den Weltraumpionier Juri Gagarin
(Quelle: Städtische Ostrowski-Zentralbibliothek)

Im Leninbezirk, nordöstlich des Stadtzentrums gelegen, wurde am 2. Juni 1982, zum 50-jährigen Stadtjubiläum, ein Denkmal für Juri Gagarin, den ersten Menschen im All enthüllt. Das 14 Tonnen schwere Monument aus rotem Granit zeigt den Piloten sitzend in seinem Pilotenanzug mit einer Kartentasche in der linken Hand. Zur Frage, warum der Raumfahrtpionier sitzend dargestellt ist, gibt es verschiedene Erklärungen. So ist dazu zu lesen, dies sei dem russischen Brauch geschuldet, nach dem man sich für einen Moment setzen und innehalten soll, bevor man das Haus zu einer großen Reise verlässt. Unter den Komsomolskern kursiert aber noch eine andere Version. So seien am Standort des Denkmals einst Opfer des Stalinschen Terrors verscharrt worden. Als der steinerne Gagarin, der ursprünglich gestanden habe, davon erfuhr, habe er sich prompt setzen müssen.

Museum des Komsomolsker Flugzeugwerks

MiG-17 in der Luft

MiG-17 in der Luft
(Quelle: Wikimedia Commons / Robert Lawton)

Unweit des Gagarinplatzes, am Kopylowprospekt, liegt das Museum des Komsomolsker Flugzeugwerks, von dem böse Zungen behaupten, es sei die einzige wirkliche Sehenswürdigkeit der Stadt. Das Museum dokumentiert die Geschichte der russischen Luftfahrt und natürlich die Geschichte der Fabrik, die praktisch so alt ist wie Komsomolsk selbst. Hier wurde in erster Linie für die sowjetische Luftwaffe produziert, so zum Beispiel zu Kriegszeiten der Bomber Il-4 in großer Zahl. Seit Kriegsende entstehen hier vor allem Jagdflugzeuge, von MiG 15 und 17 in den 1950er Jahren bis zum jüngsten Projekt T-50, dessen erstes Stück 2010 fertiggestellt wurde – aber auch Flugzeuge für die zivile Luftfahrt, wie etwa der Suchoi Superjet 100. Neben dem Bau von Flugzeugen widmete man sich früher auch der Produktion von Fahrrädern und Booten.
prospekt Kopylowa 48a, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 8 bis 16 Uhr, Montag 8 bis 17 Uhr

Heimatmuseum

Wer mehr über die Geschichte der Stadt und der Umgebung erfahren möchte, besucht das Heimatmuseum in der Friedensstraße. Das Museum befindet sich im Erdgeschoss eines Wohnhauses. Zu finden sind hier Exponate zur Früh- und Besiedlungsgeschichte der Amur-Region, darunter wertvolle, u. a. aus der Steinzeit stammende, archäologische Fundstücke. Die Kultur der Ureinwohner, der Nanaier, wird ebenso thematisiert wie die Geschichte des von russischen Siedlern gegründeten Dorfs Permskoje. Und natürlich wird auch im Heimatmuseum der legendären Gründungsgeschichte der Stadt der gebührende Raum gewährt. Außerdem kann man hier mehr zum Rekordflug der „Rodina“ von 1938 erfahren und zur Flora und Fauna der Gegend. So besitzt das Museum eine Sammlung von Vogel- und Schmetterlingspräparaten.
uliza Mira 8, Öffnungszeiten: täglich 10 bis 17 Uhr, montags und am letzten Freitag im Monat geschlossen

Silinka-Park

Nordöstlich der Innenstadt liegt am anderen Ufer des Flusses Silinka ein Wald. Dieses Stück Natur, das zwischen Zentrum und Leninbezirk praktisch mitten in der Stadt liegt, blieb beim Aufbau der Stadt bewusst erhalten. Heute ist der Silinka-Park ein beliebtes Naherholungsgebiet der Komsomolsker.

Anreise

Der Flussbahnhof von Komsomolsk

Der Flussbahnhof von Komsomolsk
(Quelle: Wikimedia Commons / Ondřej Žváček)

Wer nach Komsomolsk am Amur will, kommt an der Regionshauptstadt Chabarowsk nicht vorbei. Von dort fährt zweimal täglich ein Zug nach Komsomolsk am Amur. Für die etwa 400 km braucht die Bahn knapp zehn Stunden.
Daneben gibt es von Chabarowsk aus eine tägliche Busverbindung, die mit etwas sieben Stunden Fahrtzeit etwas schneller ist als die Zugverbindung.
Passagierschiffe verkehren derzeit nur noch von Komsomolsk nach Nikolajewsk, weiter flussabwärts. Die Verbindung von und nach Chabarowsk ist derzeit eingestellt.

Quelle des Artikelbildes: Wikimedia Commons / Wladimir Tokarew

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